Leiden Sie häufiger unter Kopfschmerzen, Kiefergelenkschmerzen, Knacken im Kiefer oder Problemen beim Kauen und Öffnen des Mundes, kann eine Funktionsstörung des Kauorgans vorliegen. Diese sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) betrifft nicht nur das Kiefergelenk, sondern steht in enger funktioneller Verbindung mit der Halswirbelsäule und dem Becken. Fehlbelastungen in einem dieser Bereiche können sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken.
So lassen sich Zusammenhänge erklären, bei denen beispielsweise eine Bissfehlstellung Rückenschmerzen verursacht oder orthopädische Veränderungen wie ein Beckenschiefstand Kopfschmerzen auslösen. Da der Körper solche Fehlfunktionen oft nur begrenzt kompensieren kann, bleiben Beschwerden häufig lange unentdeckt oder werden falsch eingeordnet. Die Ursache der Schmerzen liegt dabei nicht immer dort, wo sie empfunden werden.

Die Diagnose erfolgt im Rahmen einer manuellen Funktionsanalyse, die in der Regel in Zusammenarbeit mit speziell geschulten Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten durchgeführt wird. Ziel ist es, die Ursache der Fehlfunktion sowie den Umfang der Funktionsstörung genau zu erfassen. Dabei untersuchen wir unter anderem schmerzhafte Muskelbereiche, Sehnen und Bänder durch gezieltes Abtasten und Funktionstests.
Zusätzlich messen wir den Bewegungsumfang des Unterkiefers, prüfen die Funktion des Kiefergelenks und achten auf Geräusche, Abweichungen oder Bewegungseinschränkungen. Je nach Befund können bildgebende Verfahren oder eine Modellanalyse im sogenannten Artikulator notwendig sein. Die ganzheitliche Betrachtung spielt dabei eine zentrale Rolle, da auch Befunde aus dem Ganzkörperstatus, wie Blockaden oder Verspannungen, in die Diagnose einfließen.
Grundlage der Funktionstherapie ist ein möglichst entspannter und deblockierter Ganzkörperzustand. Dieser wird häufig in Zusammenarbeit mit Orthopädie, Physiotherapie oder Osteopathie vorbereitet. In der weiterführenden instrumentellen Funktionsanalyse fertigen wir unter anderem exakte Modelle der Zahnreihen an, analysieren den Zusammenbiss und untersuchen die individuellen Unterkieferbewegungen.
In vielen Fällen wird zunächst eine individuelle Aufbiss- bzw. Okklusionsschiene angefertigt. Sie hilft dabei, die Zahn-, Muskel- und Kiefergelenkfunktionen zu harmonisieren und kann sich positiv auf die gesamte Körperstatik auswirken. Darauf aufbauend stehen je nach Ursache und Ausprägung verschiedene weitere Therapieoptionen zur Verfügung, wie das gezielte Einschleifen der Zähne, kieferorthopädische Korrekturen oder die Rekonstruktion einzelner Zähne oder ganzer Zahnabschnitte. Die Behandlung erfolgt dabei häufig interdisziplinär.
Im Normalfall haben die Zähne im Tagesverlauf nur sehr kurze Kontaktzeiten. Werden diese Ruhephasen durch dauerhafte Muskelanspannung, Stress oder Fehlkontakte eingeschränkt, kann es zu Überlastungen der Kaumuskulatur kommen. Zähneknirschen, Fehlstellungen des Bisses oder ungünstige Gewohnheiten wie starkes Kaugummikauen, Nägelkauen oder Fehlhaltungen am Arbeitsplatz zählen zu den häufigsten Auslösern.
Nach Eingliederung einer Aufbissschiene lassen sich nicht selten Veränderungen der Körperhaltung sowie eine deutliche Linderung von Beschwerden beobachten – teilweise auch in Körperregionen, die nicht direkt mit dem Kausystem in Verbindung gebracht werden.
Sprechen Sie uns an und lassen Sie sich persönlich beraten. Wir nehmen uns Zeit, Ihre Beschwerden ganzheitlich zu betrachten und gemeinsam mit Ihnen eine passende Therapie zu finden.
